Kunstkammer

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Die Kunstkammer oder Kunstkamera ist ein Museum in Sankt Petersburg. Seine Bestände zählen zu den vollständigsten anthropologischen und völkerkundlichen Sammlungen der Welt.

 

Geschichte

 

 

 

Die Kunstkammer war das erste Museum in Russland. Sie wurde durch Ukas im Jahre 1704 von Zar Peter dem Großen am Ufer der Newa gegenüber dem Winterpalast in Sankt Petersburg begründet, von dem deutschen Architekten Georg Johann Mattarnovi erbaut und im Jahre 1724 eröffnet. Das Museum diente dazu, natürliche und menschliche Kuriositäten und Absonderlichkeiten aufzubewahren. Peter der Große wollte seiner Bevölkerung die Wissenschaft näher bringen, deswegen war der Eintritt nicht nur umsonst, sondern wer das Museum besucht hatte erhielt eine Tasse Kaffee offeriert.

 

Die persönliche Sammlung Peters des Großen umfasste eine große Menge menschlicher und tierischer Föten mit anatomischen Abweichungen. Peter hatte sich in Amsterdam die Sammlungen des Albertus Sebas und Frederik Ruyschs gekauft. Zu den grausamsten Ausstellungsstücken gehören die in Alkohol konservierten Köpfe des Liebhabers von Katharina der Ersten, Willem Mons und seiner Schwester Anna Mons. Das markante Gebäude der Kunstkammer, das ein Turm krönt, wurde 1727 im Stil des Petersburger Barock fertiggestellt.

 

Die Kunstkammer diente neben ihrer Funktion als Museum, auch als Arbeitsort der Professoren. Das Turmzimmer war im 18. Jahrhundert das Sitzungszimmer der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg, in welchem sich die Kaiserin Katharina II, der Präsident und die führenden Professoren regelmäßig versammelten.

 

Höhepunkt der Kunstkammer ist der Gottorfer Riesenglobus, der in dem Turm ausgestellt wird.

 

Seit 1992 ist die Kunstkammer ein unabhängiges Museum und Forschungsinstitut innerhalb der Geschichtsabteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Der vollständige Name lautet nunmehr: Museum für Anthropologie und Ethnographie (Kunstkammer) namens Peter der Große der Russischen Akademie der Wissenschaften.

 

Direktoren des Museums für Anthropologie und Ethnographie

 

Leopold von Schrenck (18791894)

Wilhelm Radloff (18941918)

Wilhelm Barthold (19181921)

Jewfimi Karski (19211930)

Nikolai Matorin (19301933)

Iwan Meschtschaninow (19341937)

Nikolai Kisljakow (19451948)

Nikolai Girenko (19911992)

Alexander Mylnikow (19921997)

Tschuner Taksami (19972001)

Juri Tschistow (seit 2001)